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Intermedialität in John Banvilles The Sea: Erinnerung an ein Kindheitstrauma

1 Intermedialität und der Topos des 'Unsagbaren'

In seinem 2005 mit dem Booker-Preis ausgezeichneten Roman The Sea nimmt sich der irische Schriftsteller John Banville dem Thema Trauma, Erinnerung und Trauer durch den Einsatz intermedialer Manifestationen, gestalterisch an. Das Werk schildert vor allem die subtilen Auswirkungen eines Kindheitstraumas auf die Identitätsbildung und Lebensführung des alternden Protagonisten, dessen Wahrnehmungsweise und Weltanschauung durch das Medium der bildenden Kunst geprägt sind.

Hier soll aufgezeigt werden, wie insbesondere Bild-Text-Relationen im Zusammenhang mit einer literarischen Annäherung an das Thema Traumatisierung funktionalisiert werden können. Da semantische Kohärenz und referentielle Leistung von Sprache im Trauma-Diskurs von vorne herein in Frage gestellt sind, erscheinen infolgedessen mediale Grenzüberschreitungen sinnvoll, um das jenseits der Sprache liegende Phänomen fassbar und erfahrbar zu machen. Zudem wird das Wesen der traumatischen Erinnerung oft als punktuelle visuelle Erscheinungsform aufgefasst; es wird beschrieben als stummes Bild, als das 'Andere' der verbalen Konstruktion. "To be traumatized is precisely to be possessed by an image" (Caruth 1996: 4). Intermedialität kann somit Wege zwischen narrativer Aporie und narrativer Möglich- und Notwendigkeit ausloten, um das 'Unsagbare' darzustellen.

 

 


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