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2014 Heft 2

Polyglotte Texte

hg. v. Weertje Willms und Evi Zemanek

Die literarische Mehrsprachigkeit einzelner Autoren oder Kulturgemeinschaften – die in verschiedenen Sprachen unterschiedliche Texte verfassen, ohne dass ein und derselbe Text mehrsprachig sein muss – ist ein altes Phänomen. Man denke nur an das historische Nebeneinander von volkssprachlicher und lateinischer Literatur oder an die Koexistenz von Schrift- und Umgangssprache, die bis heute verschiedene Kulturen und Nationen kennzeichnen. Ebenso alt ist die davon zu unterscheidende Mischsprachigkeit – das heisst Mehrsprachigkeit in ein und demselben Text –, wie sie etwa in der so genannten makkaronischen Dichtung vorkam, über Jahrtausende hinweg in verschiedensten literarischen Gattungen auftrat und seit dem späteren zwanzigsten Jahrhundert unter den Bedingungen der Globalisierung und der Multikulturalität rasant zunimmt.
Der vorliegende Themenband versammelt Beiträge, die polyglotteTexte – also solche, in denen mehrere Sprachen miteinander interagieren –  genauer unter die Lupe nehmen, um zu erötern, wie die Sprachmischungen Textästhetik und -semantik prägen, wie sie funktionalisiert und sprach- oder kulturpolitisch motiviert sind.Vorgestellt wird ein breites Spektrum polyglotter Texte aus europäischen und (latein-) amerikanischen Kulturräumen, von der Antike bis in die Gegenwart.

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1 Inhaltsverzeichnis 2014.2 Redaktion
2 Polyglotte Texte - Einleitung Evi Zemanek und Weertje Willms (Freiburg)
3 Dialekte und ‚foreigner talk‘ im griechischen Drama Bernhard Zimmermann (Freiburg)
4 Dante Alighieri und die Mehrsprachigkeit Thomas Klinkert (Freiburg)
5 Sprache des Anderen oder eigene Sprache? Gilles Polizzi (Mulhouse)
6 „Frapponendo qualche parola Hebraica corrotta nel ragionar trà di loro“ Rafael Arnold (Rostock)
7 Sprachmischung und Hochmut Alexander Nebrig (Berlin)
8 Ein mehrsprachiges Quodlibet und andere Taschenspielertricks Joachim Grage (Freiburg)
9 „Kapabel, miserabel, aimabel“ Anna Danneck (Freiburg)
10 „Four o clock tea“ – „pour la canaille“ – „error in calculo“ Katharina Grätz (Freiburg)
11 Sprachpolyphonie in der städtischen Moderne Sabina Becker (Freiburg)
12 „Die Auferstehung des Wortes“ Regine Nohejl (Freiburg)
13 „The sum of human wisdom is not contained in any one language“ Ann-Marie Riesner (Freiburg/Paris)
14 Heteroglossie und sprachliche Mimikry im Journal Valery Larbauds Werner Helmich (Graz)
15 „Mühelos polyglott“ Maximilian Schlegel (Freiburg)
16 Zur Poetik des Törlü Gjuvetch Michaela Holdenried (Freiburg)